Im Herzen der Romagna, befindet sich an der herrlichen adriatischen Küste ein Ort, welcher darauf wartet Ihre Urlaubszeit einzigartig und unvergesslich zu gestalten. Dieser Ort ist Cesenatico. Schon im Altertum Fischerei- und Handelszentrum am Meer, spielt sich ihr Leben auch heute noch im Herzen des Hafenkanals ab.
Dieser Kanal wurde von Leonardo da Vinci entworfen, wo die Boote der modernen Fischereiflotte anlegen und sich die charakteristischen Restaurants mit ihren berühmten Meeresgerichten aneinander reihen.
Cesenatico hat sich seit seinen Ursprüngen bis
zum dem Tourismus zu verdankenden wirtschaftlichen Umschwung immer
mit dem Hafen identifiziert. Dies schlägt sich nicht nur im Namen
Porto Cesenatico, sondern auch auf den Gebieten Arbeit, soziales und
politisches Leben sowie darin nieder, dass Existenzen, die sich im
Laufe der Zeit etablierten, gegründet wurden und dem Städtchen
seine Seele eingehaucht haben. Diese besondere Atmosphäre durchdringt
noch heute die von Häuserreihen gesäumten Ufer des Hafenkanals,
wo einst die Fischer wohnten, und die Lager für Schwefel, Salz,
Kohle und Fischereigeräte untergebracht waren.
Im Jahr 1501 vollendete Cesare Borgia die Einigung der Romagna, deren Herrschaft er mit Entmachtung der lokalen Signorien vollständig übernahm. Borgia verspürte sogleich die Notwendigkeit, sein neues Fürstentum so gut als möglich gegen innere und äußere Feinde zu verteidigen. Eine ausgesprochen schwierige Aufgabe zu einer Zeit, in der herkömmliche mittelalterliche Festungen oft durch modernere Waffen und Kriegstechniken überholt wurden und ihre Wirksamkeit einbüßten. Der Hofingenieur erwies sich als dieser Anforderung nicht gewachsen; er wurde bald entlassen und durch Leonardo da Vinci ersetzt. Diesem wurde eine lettera patente, ein Bestallungsschreiben, mit folgendem Auftrag ausgestellt: "besichtigen, vermessen und gut abschätzen" und "unsere Standorte, Festungen und Ländereien begutachten, die wir je nach Erfordernis und gemäß Ihres Urteils ausstatten können". Leonardo sollte die strategischen Festungen und Infrastrukturen des jungen Fürstentums prüfen und etwaige Verbesserungen ausarbeiten. Unter diesem Gesichtspunkt verdiente Cesenatico zweifellos Leonardos besondere Aufmerksamkeit; es handelte sich nämlich um den wichtigsten Hafen der Gegend : von den Venezianern neidvoll begehrt und nah bei Cesena - der Stadt, die Borgia als Hauptstadt des Fürstentums auserkoren hatte - gelegen.
Leonardo da Vinci fand sich am 6. September 1502 um 15 Uhr in Porto Ciesenaticho ein, wie er selbst im unter Kodex L bekannten Reisebuch vermerkte. Diese Handschrift enthält eine von der Anhöhe der (während des zweiten Weltkrieges zerstören) alten Burg aus angefertigte Zeichnung und vor allem einen mit genauen Maßen versehenen Plan des Hafenkanals. Leonardo trug im Besonderen die Länge der verschiedenen Abschnitte des Kanals ein und die Wachmolen wurden detailgetreu gezeichnet. Bei der Studie Leonardos handelt es sich also um einen Schlüsselmoment der Stadtgeschichte, um ein weiteres Zeugnis der grundlegenden Bedeutung des Hafenkanals für das Leben der Stadt und des Umlandes.
Heute befindet sich im ältesten und charakteristischsten Abschnitt
des Kanals das schwimmende Marinemuseum. Hier im
Wasser des zum Museum gehörenden Hafenabschnitts liegen die Prototypen
der Boote der oberen und mittleren Adria mit ihren bunten Luggersegeln,
die im Hafen von Cesenatico nach der Zeit des Lateinsegels und vor
dem Aufkommen der Motorisierung verkehrten. In der sich noch im Bau
befindlichen angrenzenden Museumsabteilung an Land sollen Funde der
Schifffahrt und Gebrauchsgegenstände ausgestellt sowie Techniken
zur Konstruktion der Schiffskörper und der für die verschiedenen
Fischfangtechniken eingesetzten Boote gezeigt werden. Das heutige
Cesenatico ist mit seinen Docks und Wasserstraßen ein wichtiges
Zentrum für die Freizeit- und Sportschifffahrt . Das Marinemuseum
ruft Erinnerungen an die in der Vergangenheit von den Menschen hart
erarbeiteten Erfahrungen wach und könnte auch dazu beitragen,
heutige und zukünftige Generationen zu einem bewussteren Umgang
mit dem Meer zu erziehen.